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Faschingspredigt 2022

von Pfarrer Thomas Gruber.

Er sprach aber auch in Gleichnissen zu ihnen:

Kann etwa ein Blinder einen Blinden führen? Werden nicht beide in eine Grube fallen?

Ein Jünger steht nicht über dem Meister; jeder aber, der alles gelernt hat, wird wie sein Meister sein.

Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht? Wie kannst du zu deinem Bruder sagen: Bruder, lass mich den Splitter aus deinem Auge herausziehen!, während du selbst den Balken in deinem Auge nicht siehst? Du Heuchler! Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge; dann kannst du zusehen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.

Es gibt keinen guten Baum, der schlechte Früchte bringt, noch einen schlechten Baum, der gute Früchte bringt. Denn jeden Baum erkennt man an seinen Früchten: Von den Disteln pflückt man keine Feigen und vom Dornstrauch erntet man keine Trauben.

Der gute Mensch bringt aus dem guten Schatz seines Herzens das Gute hervor und der böse Mensch bringt aus dem bösen das Böse hervor. Denn wovon das Herz überfließt, davon spricht sein Mund.

Was sagt ihr zu mir: Herr! Herr! und tut nicht, was ich sage?

Lukas 6,39-46

Eigentlich wäre dieser Sonntag der Faschingssonntag, liebe Schwestern und Brüder,
deshalb schrieb ich meine Predigt für heute in „Gedichtform“ darnieder.

Viel Fasching ist ja auch dieses Jahr nicht zu spüren.
Das lustige Treiben muss wegen Corona wieder bleiben „vor den Türen“.

Lesen konnte man im „Hallberger“ und in „Mooskurier“, dass er nicht kann sein.
Und die Faschingsgilden mit ihren Bällen bleiben wieder mal brav daheim.

So ist – außer im Fernsehen – nicht viel von der fünften Jahreszeit zu vernehmen.
Und darben müssen alle, die sich nach ihren Garden, Kostümen und Veranstaltungen sehnen.

Einzig in der Gemeinde hängen noch die Weihnachtsterne auf unseren Straßen an den Laternen,
als Faschingsscherz! – offiziell heißt es ja, „der Traktor war kaputt“, deshalb konnte man sie nicht entfernen.

Und die „Faschingsruhe“ hat ja auch noch einen anderen Grund momentan,
es macht große Sorgen, was in der Ukraine dieser Tage hat gefangen an,

das ist wahrlich nicht schön, was Ihr im Fernsehen als Schlimmes da seht,
da bleibt uns für den Frieden nur das inständig‘ Gebet.

Nun, liebe Mitchristen, wie dem auch sei, ich will dafür heute mal dichten. 
Und die Auslegung des Evangeliums kurz und in Reimform verrichten.

Jesus heute spricht am Ende seiner „Feldrede“ im Lukasevangelium.
Und dabei spricht er Grundsätzliches aus und dies sogar im feierlichen Ton.

Denn wie schon beim Matthäus in dessen Bergpredigt ganz am Schluss,
Jesus heute ganz fundamentale Sätze zum Besten geben muss.

Wie ein Fundament sind diese Sätze gelesen von des Pfarrers Mund:
Der Gottessohn tut hier alles in schönen Vergleichen und Bildern heut kund.

Wer aufgepasst hat, der hört, was da geschrieben ist auf heiligem Papier,
Christus zieht Parallelen zu unserer Lebenswelt und das gleich mal vier:

– Zum ersten sagt er „Ein Blinder kann keinen Blinden führen.“
Und meint damit, man will auch bei einem in der Kirche den Glauben spüren.

„Blindheit“ in so wichtigen Dingen auf den alltäglichen Lebenspfaden
kann doch unserer Seel und unserer Psyche eigentlich nur schaden.

– Als zweites will Jesus erinnern, dass wir nicht größer sind als unser Meister.
Wenn wir ihm recht folgen, dann erwachen bei uns auch die richt´gen Lebensgeister.

Alles, was er uns gibt, ist das Geschenk seiner göttlichen „Freundesschaft“,
das schenkt uns im Glauben die richtige gute Lebenskraft. 

Und klar ist Jesus, unser Meister, auch mal einen Kreuzweg gegangen;
das heißt, wir können uns auch mal in Unannehmlichkeiten verfangen.

– Im dritten Bild beschreibt uns Jesus – so will ich es sagen in meinem Gedicht:
Dass der Mensch gerne die Fehler der Anderen sieht, aber das Eigene will man sehen lieber nicht.

Es ist halt eine unsägliche Eigenschaft im menschlichen Herzen,
mit dem Finger auf Andere zu zeigen, was jedem bereitet seelische Schmerzen.

Doch bei dem gezückten Finger nach vorn kann aber erkennen jedes Kind,
dass die drei anderen auf einen selbst gerichtet sind.

– Das letzte Bild, das Jesus gebraucht, spricht von der Pflanze und seinen Früchten.
Da will Jesus sein Wort an unsere Aufrichtigkeit und Ehrlichkeit nun richten.

Ein „Gutes Herz“ hat „Gute Hände“ und das sieht man an dessen Werken,
wenn ein schlechter Charakter recht falsch und scheinheilig tut, das können die Menschen sehr wohl bald merken.

So sagt uns also das Evangelium,
Gottes Botschaft hat in unseren Herzen mit der Wahrheit zu tun.

Diese vier kleinen Vergleiche also sind Inhalt in meinem Gesprochenen heute;
doch weil ja Faschingssonntag ist, noch was Heiteres für Euch, ihr lieben Leute:

Da fragt der kleine Maxi in der Schule den Pfarrer, weil dieser will auch mal dem Hochwürden was sagen.
„Herr Pfarrer welches Wort beginnt mit ‚A‘ und endet mit ‚och‘“ – ja solcher Worte er sich tat wagen.

Der Pfarrer wird rot – und dieser nach Worten ringt:
„Hey Bub, das ist eine Frage, die mich ganz aus der Fassung bringt.“

Doch klein Maxi schaut ganz verschmitzt zum Geistlichen hin,
„aber Herr Pfarrer, was ist denn am Wort „‘A’schermittw’och‘“ so schlimm?“

So darf ich meine Rede lassen nun enden;
will mein Predigtblatt nicht noch einmal wenden.

Und erinnern an besagten Mittwoch, der in 3 Tagen will kommen,
und ich sag AMEN endlich nun – freilich ganz unbenommen.

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