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Gedanken zu Johannes 17,20-26

von Pfarrer Thomas Gruber.

Ich bitte nicht nur für diese hier, sondern auch für alle, die durch ihr Wort an mich glauben. Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast.

Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins sind, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir. So sollen sie vollendet sein in der Einheit, damit die Welt erkennt, dass du mich gesandt hast und sie ebenso geliebt hast, wie du mich geliebt hast.

Vater, ich will, dass alle, die du mir gegeben hast, dort bei mir sind, wo ich bin. Sie sollen meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast, weil du mich schon geliebt hast vor Grundlegung der Welt.

Gerechter Vater, die Welt hat dich nicht erkannt, ich aber habe dich erkannt und sie haben erkannt, dass du mich gesandt hast. Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich geliebt hast, in ihnen ist und ich in ihnen bin.

Johannes 17,20-26

Drei „Themen“ mögen in wenigen Sätzen zum Evangelium aus Johannes 17,20-26 kurz angeschnitten werden:

  1. „Herrlichkeit“ (griech.: „doxa“): Ein Wort, das häufig in der Bibel vorkommt. Im Alten Testament (hebr.: „kabod“) entspricht sie der „Huld“ Gottes, die über dem Land ruht. Im Neuen Testament ist es diese von Jesus übermittelte „Herrlichkeit“ Gottes, die uns mit Glück und Wohlergehen „bescheint“. Nicht moralische Zwänge, Unterwerfung oder gar Kontrolle sind die Herrschaftskategorien Gottes, sondern diese „wärmende“ Herrlichkeit Gottes, die (aber) die Sorgen und Probleme („Kreuzwege“) nicht ausblendet.

  1. „Name Gottes“: Mit dem Namen zeigt der eine dem anderen, dass er mit ihm in Beziehung treten will. Man gibt etwas „Inneres“ (Seelisches) von sich her. Wenn Gott seinen Namen „hergibt“, dann öffnet er sich uns Menschen gegenüber gewaltig. Er lässt in sich „hineinschauen“ und gibt uns dadurch von seiner „Macht der Liebe“ einen ziemlich großen Anteil mit.

  1. „Kennen“ ist auch gleich „Lieben“: „Jemanden kennen („dabar“)“ ist im Hebräischen auch „jemanden lieben“. „An Gott Glauben“ ist nicht nur ein Gefühl oder gar nur eine „Spekulation“. Er ist eine tiefe „Erkenntnis“. Lieben heißt in seiner Vollendung auch „Erkennen“, wer ich bin und durch die verschiedenen Spielarten des Vertrauens zu mir und dem/n Anderen „durchzudringen“. Wenn es echte Ziele im Leben geben darf, dann ist es die Selbsterkenntnis und das innere Wissen um meine Bestimmung.

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